Johanna empfiehlt: “Vielleich ist die Liebe so” von Katja Früh
Wenn es um Sterbehilfe geht, spricht das eigentlich für einen harten Stoff. Doch hier changiert die Handlung vielmehr zwischen Situationskomik und einem Bridget Jones Verschnitt!
Anja ist 40+ und Barkeeperin. In ihrer Freizeit kümmert sie sich bestärkend um ihren Exfreund Carlos - dem sie jedoch leider zu sehr klammert - und spricht mit Dr. Dische über ihre Beziehungen. Ihre exzentrische Mutter setzt der ohnehin schwierigen Mutter-Tochter Beziehung noch die Korne auf: Anja soll ihr bei den Vorbereitungen der Beerdigung helfe. Der eigenen (!) Beerdigung am 18. Februar. Gesundheitlich scheint ihr nichts zu fehlen, aber sie möchte unbedingt selbstbestimmt und in Würde sterben. Die Komödie beginnt und wartet noch mit ein paar Überraschungen auf…
Ein wirklich komischer und teilweise bitterböser Roman, der sich ob der kurzen Kapiteln hervorragend als Sommerlektüre eignet.
Kati empfiehlt: “Was wir wissen können” von Ian McEwan.
Dieser Roman spielt in einer Welt, vom Klimawandel gezeichnet. Festland ist zum Großteil überschwemmt, Europa besteht nur noch aus Inseln, die wichtigsten Fortbewegungsmittel sind Schiffe und Boote. Die Menschheit war gezwungen, einen Schritt zurück zu gehen und aufgrund von fehlenden Ressourcen ist die Technologie auf das Nötigste reduziert.
Im Jahr 2119: Der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe sucht nach einem verschollenen Gedicht des Dichters Francis Blundy. Er macht sich, gemeinsam mit seiner Frau Rose auf eine Schatzsuche und malt sich dabei die mögliche Biografie dessen Frau Vivien aus.
In einem zweiten Erzählstrang erfahren wir, wie Viviens Leben rund 100 Jahre zuvor verlaufen sein könnte, doch was können wir wissen?
Dieser Roman ist so facettenreich, ich bin begeistert und zu tiefst beeindruckt! Eine Geschichte über philosophische Fragen, die große Liebe und dunkle Geheimnisse. In literarischer Sprache beschreibt McEwan Zukunftsszenarien, die weniger wie Science-Fiction wirken als eine tatsächlich mögliche nahe Zukunft, gerade der überschwemmte europäische Kontinent aus diesem Roman klingt erschreckend plausibel.
Und dennoch beendet man das Buch mit einem Gefühl der Hoffnung!



